Biographische Daten


György Konrád wurde am 2. April 1933 in der Universitätsklinik von Debrecen geboren. Die ersten elf Lebensjahre hat er in der Großgemeinde Berettyóújfalu im äußertsten Osten Ungarns verbracht. Sein Vater, József Konrád (1897-1970), war ein wohlabender jüdischer Eisenwarenhändler, seine Mutter, Róza Klein (1905-2004), ist in Nagyvárad (Großwardein) als jüdische Bürgerstochter aufgewachsen. Konráds ältere Schwester Éva wurde 1930 geboren und lebt gegenwärtig als Biologin in New York. György Konrád besuchte bis Frühjahr 1944 die lokale jüdische Volksschule und die bürgerliche Grundschule.

Die Eltern wurden nach der deutschen Besetzung Ungarns von der Gestapo und der ungarischen Gendarmerie verhaftet und nach Österreich deportiert. Die beiden Geschwister und zwei Cousins, István und Pál Zádor, fuhren am 5. Juni 1944 dank einer unter Schwierigkeiten besorgten Reisegenehmigung nach Budapest zu Verwandten. Am darauf folgenden Tag wurden alle jüdischen Einwohner Berettyóújfalus in das Ghetto von Großwardein (Nagyvárad) und von dort nach Auschwitz deportiert. Konráds Klassenkameraden wurden in Birkenau fast ausnahmslos ermordet. Die beiden Geschwister und Cousins überlebten die unheilvolle Zeit dank ihrer Tante Zsófia Vágó in einem unter Schweizer Schutz stehenden Haus in Budapest.

Ende Februar 1945 fuhren Éva und György zurück nach Berettyóújfalu. Ihr Haus fanden sie leer vor. Von den Eltern keine Spur. Ein älterer Cousin, László Kun, aus Bukarest nahm die Kinder bei sich auf. Im Juni 1945 kehrten die deportierten Eltern zurück nach Hause. Von den zirka tausend jüdischen Einwohnern Berettyóújfalus ist die Familie Konrád als einzige vollzählig am Leben geblieben. Vater Konrád setzte seinen Eisenwarenhandel fort und nahm die verwaisten Cousins und seine Nichte bei sich auf. 1945 erhielt er Privatunterricht. Ab 1946 besuchte er das Reformierte Gymnasium in Debrecen. Zwischenzeitlich war er auch Internatsschüler dieses namhaften reformierten Kollegiums. 1947-1951 ging er ins Budapester Madách-Gymnasium.

1950 wurden das väterliche Geschäft und das Wohnhaus verstaatlicht. Die Eltern zogen nach Budapest zu ihren dort lernenden Kindern. Vom Abenteuer seiner Kindheit, wie er es geschafft hat, am Leben zu bleiben, davon berichtet Konráds 2003 bei Suhrkamp erschienener autobiographischer Roman Glück.

Wegen seiner bürgerlichen Herkunft konnte er 1951 nur einen Studienplatz am Russischen Institut der Universität erwerben, doch im April 1953, als das Institut den Namen Lenins angenommen hatte, wurde er auch von dort ausgeschlossen. Im Herbst 1953 konnte er ein Studium im Fach Ungarisch an der Philosophischen Fakultät der Eötvös-Lóránt-Universität beginnen, das er 1956 abschloß. Wegen seiner politischen Haltung wurde er zweimal auch von hier verwiesen. Doch mit Hilfe seiner Professoren Georg Lukács und István Sőtér durfte er das Studium schließlich fortsetzen. Seine Diplomarbeit schrieb er über Károly Papp.

1955 heiratete er seine Kommilitonin Vera Varsa, mit der er bis 1963 zusammenlebte.

1955 publizierte er erstmals in der Zeitschrift Új Hang (Neue Stimme).
Im Herbst 1956 wurde er Redaktionsmitarbeiter der damals startenden kritischen Zeitschrift Életképek (Lebensbilder).

Während der Revolution kehrte er in das Universitätskollektiv zurück und durchstreifte als Mitglied der von Studenten organisierten Nationalgarde mit einer Maschinenpistole die Stadt. Das vor allem deshalb, um die Geschehnisse zu beobachten. Benutzt hat er seine Waffe kein einziges Mal.
Mit seiner Anstellung war es alsbald vorbei. Seine Freunde, seine Schwester und Cousins gingen in den Westen. Konrád entschied sich zum Bleiben. Seine Existenz bestritt er mit Gelegenheitsarbeiten. Er gab Nachhilfeunterricht, schrieb Lektoratsgutachten, übersetzte und verdingte sich als Hilfsarbeiter.

1959 fand er im Budapester VII. Bezirk eine Anstellung bei der Vormundschaftsbehörde. Sieben Jahre blieb er in diesem Arbeitsbereich, der ihm den Lebensstoff für seinen Roman Der Besucher lieferte.

1963 heiratete er die Studentin der Geisteswissenschaften, die spätere Journalistin und Schriftstellerin Júlia Lángh. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor: Anna Dóra (1965) und Miklós István (1967).

Anfang der sechziger Jahre nahm Konrád am gesellschaftlichen Leben der damals jungen, nicht offiziellen Schriftsteller teil, die sporadisch zusammenkamen und sich in Verbindung mit Kaffeehausgesellschaften und Zeitschriften organisiert hatten. Enger befreundet war er mit Gyula Hernádi, Miklós Mészöly, Mihály Sükösd, Ferenc Fehér, Miklós Jancsó und Károly Makk.

Zwischen 1960 und 1965 war er in einer Zweitanstellung als Lektor für den Ungarischen Heleikon Verlag tätig, wo er verantwortlich für die Werkpublikationen von Gogol, Turgenjew, Tolstoi, Dostojewski, Babel und Balzac zeichnete. Essays von ihm erschienen in den Zeitschriften Jelenkor (Gegenwart), Kortárs (Zeitgenosse), Nagyvilág (Welt) und Válóság (Wirklichkeit).
falska klockor
1965 wechselte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter zum Institut für Wissenschaftliche Städteplanung, wo er im Rahmen einer soziologischen Forschungsgruppe der Ungarischen Akademie der Wissenschaften stadtsoziologische Forschungen durchführte. Eine enge Zusammenarbeit verband ihn hier mit dem Stadtsoziologen Iván Szelényi. Aus ihrer gemeinsamen Arbeit entstanden zahlreiche Studien: ein Buch Az új lakótelepek szociológiai problémáiról (1969; Über die soziologischen Probleme der neuen Wohnsiedlungen) und zwei größere Arbeiten über die territoriale Bewirtschaftung und Lenkung des Landes sowie über die in Ungarn vor sich gehenden urbanistischen und ökologischen Entwicklungen.

Konrád und Szelényi reisten oft in die Provinz. Zwischen 1967 und 1972 führten sie umfassende soziologische Forschungen durch, die sich auf die Städte Pécs und Szeged erstreckten.
In dieser Zeit schrieb Konrád seinen ersten Roman: A látogató (Magvető Verlag, 1969, 1973 auch auf deutsch), der lebhafte und widersprüchliche Reaktionen auslöste. Die offizielle Kritik war deprimierend, die nicht-offizielle aufwertend. Das Buch war innerhalb weniger Tage vergriffen. Alsbald wurde es in dreizehn Sprachen übersetzt. Verlage und Kritiker von Rang sowie die ungarischen Schriftstellerkollegen zollten dem Autor ihre Anerkennung. Irving Howe, dem damals führenden amerikanischen Kritiker, zufolge sei Konrád mit diesem einen Buch in die vorderste Reihe der europäischen Literatur vorgerückt.


Seine urbanistische Erlebniswelt beförderte die Entstehung des Romans A városalapító (Der Stadtgründer). Das im Besucher begonnene sprachliche und formale Experiment, die metaphorischen Verdichtungen und Anhäufungen wurden in seinem zweiten Roman radikal weitergeführt. „Hier spricht ein Wahnsinniger”, schrieb ein deutscher Kritiker, nicht ohne dem Autor die ihm gebührende Anerkennung zu versagen. A Városalapító durfte 1977 in Ungarn im Magvető Verlag nur in zensierter Form erscheinen. Im Ausland erschien der Roman unter anderem bei Suhrkamp, Seuil, Harcourt Brace Jovanovich sowie in der Reihe Philip Roth Penguin mit einem Vorwort von Carlos Fuentes.

Die Zusammenarbeit mit Iván Szelényi vertiefte sich zu einer Freundschaft. In langen Gesprächen kristallisierte sich als Summe ihrer Erfahrungen die Skizze einer gesellschaftstheoretischen Konzeption heraus, die sie 1974 in ihrem gemeinsam geschriebenen Buch Die Intelligenz auf dem Weg zur Klassenmacht realisierten. Sie mieteten in der Nähe von Budapest, in Csobánka, ein Landhaus, wo sie ihre Methode gemeinsamen Schreibens entwickelten. Zeit dafür fanden sie, zumal Konrád im Juli 1973 auf Druck der Politischen Pilizei seine Anstellung verloren hatte. Für ein halbes Jahr arbeitete er in der Dobaer Nervenheilanstalt für Arbeitstherapie als Hilfspfleger.

In dieser Zeit hatte sich bereits eine kritische Intelligenz organisiert, die entschiedener auftrat. Es erschienen die vorangehenden Studien und Artikel von Mitgliedern der demokratischen Opposition. Konrád hielt viel von der Fabriksoziographie seines jungen Freundes Miklós Haraszti und versuchte, dessen Manuskript Stücklohn ins Ausland gelangen zu lassen. Die Polizei bekam das Manuskript an der Grenze in die Hände. 1973 strengte die Staatsanwaltschaft gegen Haraszti einen Prozeß an. Konrád erhielt eine staatsanwaltliche Verwarnung, weshalb er für drei Jahre ein Auslandsreiseverbot erhielt, während Haraszti zu einer Gefängnisstrafe auf Bewährung verurteilt wurde.

Im Mai 1973, nicht lange nach Abschluß des Intelligenz-Manuskripts, das im Ausland veröffentlicht werden sollte, trat auch die Politische Polizei in Aktion. Alle Wohnungen der Autoren wurden abgehört, sie wurden beschattet, Haussuchungen fanden statt, in deren Folge ein beträchtlicher Teil von Konráds Tagebuchaufzeichnungen konfisziert wurden, während Konrád und Szelényi wegen staatsfeindlicher Hetze verhaftet wurden. Sie erhielten eine staatsanwaltliche Verwarnung. Zugleich informierte man sie darüber, daß sie zusammen mit ihren Familien auswandern dürften. Szelényi machte von dieser Möglichkeit Gebrauch. Konrád blieb und wählte die Lebensform der inneren Emigration.
Das versteckte und später außer Landes geschmuggelte Manuskript Die Intelligenz auf dem Weg zur Klassenmacht erschien in mehreren Sprachen bei westlichen Verlagen. Selbst heute noch wird es an zahlreichen Universitäten als Lektüre empfohlen.

Im Wochenblatt Die Zeit erläuterte Konrád in einem Interview seine Grundprinzipien in Verbindung mit der Veröffentlichung seiner Arbeiten: „Ich schreibe, was ich schreibe. Die ungarischen Staatsverlage bringen von mir heraus, was sie wollen, ich aber publiziere entsprechend meinen Möglichkeiten.” Sowohl im ungarischen Samisdat als auch in den Verlagen des Westens. Er entschied sich gegen die Zensur für ein ungenehmigtes Veröffentlichen. Praktisch von diesem Zeitpunkt an galt Konrád in Ungarn als verbotener Autor. Er konnte keinerlei legales Einkommen beziehen. Seine Existenz bestritt er von ausländischen Honoraren. In den Bibliotheken wurden seine Arbeiten unter Verschluß gehalten, was auf den Karteikarten mit dem Buchstaben „Z” für nicht frei zugänglich markiert wurde. Natürlich war es auch verboten, ihn im Rundfunk oder im Fernsehen zu Wort kommen zu lassen.

1976 lief sein Reiseverbot ab. Da bereits zwei Romane von ihm auf deutsch erschienen waren, bot ihm das Kuratorium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) im Rahmen des Berliner Künstlerprogramms ein einjähriges Stipendium an. Konrád verbrachte ein Jahr in Berlin und anschließend mit einem Stipendium seines amerikanischen Verlags ein weiteres in Amerika. In dieser Zeit schrieb er seinen Roman Der Komplize. Von seiner Frau, die sich mit den beiden gemeinsamen Kindern in Paris niedergelassen hatte, lebte er bereits getrennt.

Seit 1979 lebt er mit seiner dritten Frau zusammen, mit Judit Lakner, der Gymnasiallehrerin für Französisch und Geschichte, die sich als Autorin von Geschichtsstudien und Kinderbüchern profiliert hat.
Aus der dritten Ehe sind drei Kinder hervorgegangen: Áron (1986), József (1987) und Zsuzsanna (1994).  

Zwischen 1977 und 1982 sind zwei Essaybände entstanden: Die Versuchung zur Autonomie und Antipolitik. Hierin wird bereits der gesamte Status quo der europäischen Politik in Frage gestellt. In Antipolitik stellte Konrád die Grundlagen des europäischen Blocksystems, die Vereinbarungen von Jalta, in Frage, sah in ihnen den Verursacher für den Ausbruch eines eventuellen dritten Weltkriegs. Das Buch erschien mit dem Untertitel Mitteleuropäische Meditationen und ließ sich als eine der Stimmen vernehmen, die als Voraussetzung für einen dauerhaften Frieden in Europa eine Loslösung Mitteleuropas aus dem Sowjetblock forderten. Konrád gehörte zu den ersten, die ein Verschwinden des Eisernen Vorhangs prognostizierten. Seinen Essay Gibt es noch einen Traum von Mitteleuropa las er 1984 anläßlich des an ihn von der Alfred-Töpfer-Stiftung verliehenen Herder-Preises im Schwarzenberg-Palais. Konráds Essays wurden von Rezensenten in die geistige Nähe von Adam Michnik, Milan Kundera, Vaclav Havel, Czesław Miłosz und Danilo Kis gerückt. Während seines Deutschlandaufenthalts ergaben sich Kontakte zur unabhängigen Friedensbewegung, in der nicht nur von einer Verringerung des Raketenarsenals gesprochen wurde, sondern von einer Beseitigung der Spaltung Europas und in Verbindung damit auch Deutschlands.

Zwischen 1973 und 1989 etablierte sich ein Freundeskreis, in dem sich die politische und die künstlerische Subkultur begegneten, die sich von der offiziellen Kultur unabhängig machte. Konrád galt als eine der tonangebenden Persönlichkeiten der sich auf vielerlei Weise artikulierenden demokratischen Opposition. Seine Texte erschienen in den Samisdatausgaben der Opposition: im Beszélő (Sprecher), im Hírmondó (Landbote) und anderen damals illegalen Presseorganen. Gábor Demszky verlegte Konráds Bücher im Samisdatverlag AB. Das Denken des Autors wurde durch Interviews vom Sender Free Europe einem breiteren ungarischen Publikum vermittelt.

Ab September 1982 verbrachte Konrád als Gast des Wissenschaftskollegs zu Berlin ein akademisches Jahr in der geteilten Stadt, daran anschließend ein weiteres als Stipendiat des Institute for the Humanities in New York. Nach der deutschen Ausgabe des Komplizen 1980 erschien in dieser Zeit der Roman auch in Amerika.

In den folgenden vier Jahren verfaßte er seinen Roman Gartenfest (1985), auf deutsch als Geisterfest (1986) und Melinda und Dragoman (1991) erschienen. 1988 schickte er das Manuskript seinem ungarischen Verlag Magvető, der dem Publikationsverbot für Konrád nicht mehr unterlag.

Im Januar 1986 nahm Konrád gemeinsam mit Sándor Csoóri auf Einladung des Internationalen P.E.N. als Ehrengast auf dem in New York stattgefundenen PEN-Weltkongreß teil. Von der Mehrheit der Delegierten wurde eine Resolution zur Verteidigung der Rechte der siebenbürgischen und im allgemeinen der rumänischen Schriftsteller angenommen.
Konrád und Danilo Kis fuhren hernach zu einer Konferenz zum Thema Mitteleuropa, zu der sie von Czesław Miłosz eingeladen worden waren.
Konrád und Kis erhielten vom Jerusalem Literary Fund eine Einladung und verbrachten in diesem Rahmen einen Monat in Jerusalem. Konrád schrieb in dieser Zeit vor allem jene Essays, Tagebuchaufzeichnungen, Meditationen jüdischer Thematik, die er 1998 in seinem Band Die unsichtbare Stimme versammelt hat. Als unsichtbare Stimme bezeichnet er die innere Stimme, die Stimme Gottes, von der die Propheten und die Dichter angesprochen worden sind.
1992 und 1996 kehrte Konrád erneut nach Israel zurück; erstmals für ein langes autobiographisches Interview  für die Jerusalemer Universität. Bei der zweiten Gelegenheit hielt er an der Ben-Gurion-Universität in Ber Sheva einen Vortrag unter dem Titel Die drei Wege des Judentums.

Im gleichen Jahr dozierte er in den Vereinigten Staaten am Colorado College Weltliteratur.

1989 erschienen in Ungarn fünf Bücher des Autors. 1990 wurde er mit dem in Ungarn höchsten Preis für Künstler, dem Kossuth-Preis, ausgezeichnet.

Ab 1989, in den ersten Jahren nach der Systemwende, beteiligte sich Konrád aktiv am öffentlichen Leben, fungierte als einer der Vordenker des demokratischen Wandels. Auch als in den Landesrat gewähltes Mitglied des Bunds der Freien Demokraten, als Vorsitzender des Beratungsgremiums des Oberbürgermeisters der Stadt Budapest, des Magistrats, als Initiator und einer der Wortführer der Demokratischen Charta und als häufiger Akteur sowohl der Print- als auch der elektronischen Medien wurde er aktiv.

Im Frühjahr 1990 auf Vorschlag des holländischen und des skandinavischen P.E.N. Wahl zum Präsidenten des Internationalen P.E.N. Dieses Amt hatte er bis zum Ende der Wahlperiode bis 1993 inne. Er bemühte sich intensiv um die Befreiung inhaftierter und verfolgter Schriftsteller. Im Interesse einer Aussöhnung der Schriftsteller auseinanderfallender Nationen berief er Konferenzen am Runden Tisch ein. Seit 1991 dient seiner Familie und ihm ein renoviertes Haus in Hegymagas im Oberland des Plattensees als beliebtes Feriendomizil und Arbeitsstätte. Hier schrieb er unter anderem seine Romane Steinuhr (1995) und Nachlaß (1998), worin die aus der Welt des Gartenfests bekannten Figuren weitergeführt werden.

Von 1997 bis 2003 fungierte er über zwei Wahlperioden als gewählter Präsident der Berliner Akademie der Künste (AdK). Als erster ausländischer Präsident der AdK tat Konrád viel für eine geistige Annäherung zwischen dem europäischen Osten und Westen sowie in diesem Rahmen für die Vorstellung ungarischer Schriftsteller und Künstler. Seine Tätigkeit fand im öffentlichen Leben Deutschlands Anerkennung. Während seiner Präsidentschaft erhielt er den Karlspreis (2001) und das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.

Obwohl Konrád in seinen Romanen, insbesondere im Gartenfest (deutsch: Geisterfest, 1986, und Melinda und Dragoman, 1991), weiterhin in verstreut publizierten Essays, die Kindheit in Berettyóújfalu heraufbeschwor, unternahm er in seinen beiden letzten Romanen (Glück, 2003, und Sonnenfinsternis auf dem Berg, 2005) den Versuch, die dokumentarisch korrekte Geschichte mit einer romanhaften Vergegenwärtigung zu verschmelzen. Im ersten Werk erzählt er die Geschichte eines Jahres (1944-1945) und im zweiten die von fünfzig Jahren; ein Rückblick ausgehend vom Vormittag der Sonnenfinsternis von 1999 auf dem Gipfel des Sankt-Georg-Bergs stehend.
Die beiden Romane sind in Europa jeder für sich erschienen, während sie in New York in einem einzigen Band herausgegeben worden sind, der den ersten Preis des Jüdischen Buchrats in der Kategorie Memoiren und Autobiographie verliehen bekommen hat.
2006 erschien ein Buch unter dem Titel Csodafigurák (Wunderfiguren) mit dem Untertitel Arcképek, pillanatfelvételek (Porträts, Momentaufnahmen). Die Porträts sind in ihrer Mehrzahl literarische Skizzen zu seinen Freunden. Diese Porträts setzen jene Reihe fort, die Konrád in Verbindung mit längeren Essays in seinem Band Az Író és a város (2004, Der Schriftsteller und die Stadt) herausgegeben hat.
In seinen beiden jüngsten Büchern Kakasok Bánata (Das Buch Kalligaro, 2007) und Inga (2008, Pendel), in Vorbereitung, faßt er seine Lebensphilosophie in dichterischer Komprimierung zusammen.

Zahlreiche Auszeichnungen wurden ihm verliehen: Herder-Preis (1984), Charles-Veillon-Preis für Europäische Essayistik (1986), Kossuth-Preis (1990), Manes-Sperber-Preis (1990), Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (1991), Goethe-Gedenkmedaille (2000), Internationaler Karlspreis zu Aachen (2001), Franz-Werfel-Menschenrechtspreis (2007), Erster Preis des National Jewish Book Award for Memoir (2008).
Auch die höchsten staatlichen französischen, ungarischen und deutschen Auszeichnungen wurden ihm verliehen: Ordre National de la Légion d’honneur, officier (1996), das Mittlere Kreuz des Verdienstordens der Republik Ungarn (2003), das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland (2003).
Ehrendoktorwürden der Universitäten zu Antwerpen und Novi Sad (Újvidék, Neusatz)
Ehrenbürgerschaft der Städte Berettyóújfalu (2003) und Budapest (2004).

Helga Balikó, 2008.
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